Gibt es eigentlich im September noch Wildkräuter?

 

ABER JA! Ich war gestern im bayerischen Oberland unterwegs, und habe nicht nur Brennnessel gefunden, sondern auch schönen Spitzwegerich, zarte Löwenzahnblätter und sogar Schafgarbe. Vieles davon war im Juli bereits ausgewachsen, doch an Weg- und Wiesenrändern, wo die Bauern noch gemäht haben, ist einiges wunderbar nachgewachsen. Das Highlight gestern war an einem kleinen Wildbach Brunnenkresse bester Qualität: knackig und zart. Eigentlich dachte ich die gibt’s nur im Frühjahr und ist danach zu kräftig, aber sie war fantastisch in meinem Salat!

Die Schafgarbenblüten trocknete ich für blutreinigende Teemischungen, alles andere kommt in meinen Wildkräutersalat mit einem fruchtigen Holunderbeeren-Dressing. Oder ich mache, wenn die Ernte sehr reichlich ausfällt, diverse Pesto-Variationen und friere sie in kleinen Schraubgläsern ein.

Das sind nur ein paar Beispiele, man findet auch noch wilden Majoran, Frauenmantel und einiges mehr.

Zitronenthymian-Pesto mit Haselnüssen

THYMIAN FINDET man zur Zeit noch reichlich, entweder den wilden in den Bergregionen, oder im Gemüseladen oder man nimmt einfach den aus dem eigenen Blumentopf. Dieses Rezept schmeckt mit Zitronenthymian am besten, man kann aber auch herkömmlichen benutzen und etwas geriebene Zitronenschale hinzufügen.

REZEPT

1 großer Bund Zitronenthymian

100 gr Haselnüsse

Olivenöl (je nach Konsistenz mehr oder weniger)

schwarzer Pfeffer

Meersalz

Die Blättchen vom Thymian von den Stängeln zupfen und in einen Mixbecher geben. Haselnüsse, Olivenöl, Pfeffer und Salz nach Geschmack dazugeben und mit dem Zauberstab fein pürieren.

In kleine Gläser abfüllen und mit Olivenöl bedecken. So hält das Pesto mehrere Monate, am besten in der Eistruhe. TIPP: schmeckt auch sehr lecker als Brotaufstrich!

Holunderbeeren-Balsamico mit Zimt

REZEPT   

500 gr reife Holunderbeeren

500 ml bester Balsamico

200 gr brauner Zucker (am besten Mascobado-Zucker)

1 Stück Orangenschale von einer unbehandelten Orange

4 Gewürznelken

1 Stange Zimt

Den Balsamico in einen großen Topf füllen und mit dem Zucker unter Rühren aufkochen lassen, bis sich der Zucker gelöst hat.

Die Beeren mit einer Gabel von den Ästchen streifen, kurz abbrausen und in den Sud geben. Die Gewürze dazugeben und alles 15 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und mit einem Stampfer die Beeren zerdrücken.

Alles durch ein Sieb streichen.

Den Holunder-Balsamico in Flaschen mit Bügelverschluss abfüllen. So ist er mehrere Monate haltbar.